Pensionsanpassung: der Brutto-Netto-Schmäh

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Wir Pensionisten kennen ihn: Da wurde jetzt für viele Pensionisten eine Pensionsanhebung in der Höhe der (offiziellen) Inflationsrate von 1,8% beschlossen. Aber bitte aufpassen (vor allen alle jene, die den Pensionisten das neidig sind und über den „Generationenvertrag“ jammern): gemeint sind 1,8% Brutto-Erhöhung! Von dieser Erhöhung werden Lohnsteuer und Krankenversicherungsbeitrag und weitere Abgaben abgezogen. Und alles nach einem progressiven Tarif. Dann bleibt vielleicht eine tatsächliches Mehr (netto) von 1% übrig. Also wieder – wie alle Jahre davor: de-facto eine Verringerung des Kaufwerts der Pension. Und das geht seit Jahren so. Und ganz egal, wie hoch die Brutto-Erhöhung ist, tatsächlich erhöht wird die Pension um weniger!
Dabei ist außerdem Ausgang der Berechnung die offizielle Inflationsrate. Die natürlich künstlich niedrig angesetzt wird und nicht der Wirklichkeit der Ausgaben der Pensionisten entspricht Denn in dem für die Berechnung der Inflationsrate maßgeblichen Warenkorb wurde (natürlich bewusst) Ausgaben mitgerechnet werden, die Pensionisten gar nicht betreffen (technische Produkte, die natürlich laufend billiger werden). Die Pensionisten spüren bei ihren Ausgaben (Lebensmitteln, Miete, Gebühren usw.) eher eine Inflation, die in der Regel um rund 50% höher ist als die offizielle Inflationsrate.
Zum Generationenvertrag: Habt ihr Jungen eigentlich schon einmal bedacht, in welchem relativen Wohlstand ihr aufgewachsen seid, wie gut es Euch geht, mit langer Versorgung durch die Eltern vor der wirtschaftlichen Selbstständigkeit, dem kostenlosem Studium, und, und, und…? Und wer hat all den Wohlstand aufgebaut und gesichert, den Ihr heute genießt und der höher ist als jemals zuvor? Die heutigen Pensionisten! Die Jahrzehnte lang ihre Arbeitsleistung dafür eingebracht haben und die für ihre heutige Pension jahrzehntelang Pensionsbeiträge eingezahlt haben!
Und dann noch ein volkswirtschaftliches Argument: Das, was die Pensionisten an Pension erhalten, wird fast zur Gänze – mehr als bei fast allen anderen Bevölkerungsgruppen – sofort wieder in den Wirtschaftskreislauf als Eigenkonsum eingebracht. Und unsere Volkswirtschaft läuft deshalb so gut, weil die Konsumausgaben der Bevölkerung hoch sind.
Und jetzt ein Hinweis für die Politik: Die Pensionisten sind nicht nur bei Wahlen ein wichtiger Wähleranteil, nein, sie sind auch ein wichtiger Faktor in unserer Volkswirtschaft. Pensionen kürzen wird immer auch bedeuten, die Nachfrage im Wirtschaftsleben verringern. Auch das gilt es zu bedenken!
Und ihr Jungen bedenkt auch, was Euch Oma und Opa immer zustecken und zugesteckt haben!
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