Freihandel – Segen oder Fluch?

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Oft wird bei uns über Freihandel und Handelsabkommen diskutiert. Und man sollte da achtgeben, wie argumentiert wird! Da wird nämlich einerseits behauptet, dass uns der Freihandel große Vorteile bringe, wenn von Handelsabkommen mit Kanada, den USA oder Japan gesprochen wird. Denn der verbillige die Preise der Waren und schaffe Arbeitsplätze (in der Exportindustrie und bei den reichen Großimporteuren – allerdings nicht bei unseren produzierenden Betrieben, die der billigen Konkurrenz weichen müssen). Und dann wird aber wieder auch gegenteilig argumentiert – oft sogar von denselben Diskutanten -, dass der Import Arbeitsplätze vernichte und zu Massenelend führe, z.B. in Afrika, wo die billigen Lebensmittelimporte aus Europa die heimische Landwirtschaft ruinieren.

Also was jetzt?

Wenn man mich fragt, dann sage ich: Man muss entscheiden: was ist einem wichtiger? Die heimischen Arbeitsplätze oder die billigen Preise? Ich kann aber auf billige Preise verzichten, vor allem bei Waren, die ich nicht unbedingt brauche, wenn ich deshalb – also wegen der erweiterten Einfuhren – meinen Arbeitsplatz verliere. Und ich glaube auch, dem gesellschaftlichen Ausgleich und dem inneren Frieden in einem Staat ist es wichtiger, einen möglichst hohen Beschäftigungsstand zu haben, als Luxusgüter billig vom Ausland einzuführen, die sich dann nur eine Oberschicht leisten kann, weil ein großer Teil der Bevölkerung ohne Arbeit ist und Sozialhilfe empfangen muss. Außerdem haben wir sowieso schon einen hohen Grad an Freihandel, weil wir Mitglied der Europäischen Union sind und die ja auch eine Freihandelszone ist. Was brauchen wir da noch viel mehr weiteren Freihandel?

Also Vorsicht mit der Euphorie über den Abschluss neuer Handelsverträge!

 

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