Arbeitszeit – sozial oder produktiv?

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Auch andere Staaten haben sich mit dem Problem der Arbeitszeitregelung auseinandergesetzt. Und wie hat das z.B. das soziale Musterland Schweden getan?

Den Schweden ist der Achtstunden-Arbeitstag heilig. Um 5 Uhr bzw. 6 Uhr spätestens ist Schluss. Denn die Familie geht vor. Für die Mütter und die Väter. Wenn Kindergärten oder Schulen sperren, müssen Mutter oder Vater da sein, um die Kinder abzuholen und zu versorgen. Beide Eltern sind ja berufstätig und sie lösen sich ab und ergänzen sich bei der Sorge um den Nachwuchs. Und Staat und Gesellschaft sehen Familie und Familienleben als vordringlich vor allen Forderungen nach Produktionssteigerung und Profitmaximierung. Überstunden sind generell pfui. Denn die gelten als familienfeindlich und unsozial. Wer Überstunden macht, der nimmt ja auch einem anderen den Arbeitsplatz weg.

Ja, in Schweden werden Arbeitsbesprechungen und firmeninterne Beratungen stets am Vormittag angesetzt, damit sie nicht über das Arbeitsende hinaus dauern, wenn sie sich unerwarteter Weise in die Länge ziehen. Stress in der Arbeitswelt gilt überhaupt als verpönte Unart. Und die Schweden leben recht gut auf ihre Art.

Aber auch in Frankreich gibt es in der Arbeitswelt die Rücksichtnahme auf Erholung, Gesundheit, Arbeitnehmerfürsorge und Familienpflichten. Es gilt die 35-Stunden-Arbeitswoche. Das ist auch eine wichtige Maßnahme zur Familienförderung. In Frankreich gibt es daher im Verhältnis zur Bevölkerungsgröße mehr Kinder als in den anderen Staaten Europas.

Denn der Mensch lebt nicht vom Brot allein! Was ist denn der Mensch, wenn sein ganzes Sein und Streben nur Arbeit, Verdienen und Karriere ist? Er wird mehr zur Sache, zur Maschine, zum seelenlosen Wesen als zum wahren Menschen, zum lebensfrohen Gestalter seines eigenen Lebens.

Wehret den eindimensionalen Rufen der Produktionsmaximierer und Seelenverkäufer!

Auch für Wahlwerber kann ein Nachgeben da verderblich werden!

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